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Alfred Kollmar (1886-1937)

1886 am 15.2.in Besigheim als Sohn eines angesehnen Unternehmers geboren
1895 Umzug der Familie nach Bremen, dem zweiten Firmensitz der „Bremen-Besigheimer Ölfabriken“ Er verläßt das Gymnasium mit der Obersekunda und beginnt eine Banklehre. Er ist mit Ernst Rowohlt befreundet, mit dem er gemeinsam Bremen unsicher macht und der mit der Veröffentlichung von Gedichten Alfred Kollmars 1908 seinen später so berühmten Verlag begründet.
1906 beschließt Kollmar, eine Ausbildung zum Handelskaufmann zu machen, um später die Firma seines Vaters zu übernehmen. Um Auslandserfahrung für das exportorientierte Unternehmen zu sammeln, schickt ihn der Vater nach Shanghai in das Kontor eines befreundeten Unternehmers. Da Kollmar in Shanghai offenkundig überfordert ist und in schlechte Gesellschaft kommt, stürzt er regelrecht ab: mit einer Nervenkrise ist er nach zwei Jahren als gebrochener Mann zurück in Bremen. Es schließen sich zahlreiche Sanatoriumsaufenthalte an.
1908 nimmt er mit Einwilligung des Vaters ein Studium an der Weimarer Kunsthochschule auf, an der Fritz Mackensen zu dieser Zeit lehrt. Er bricht jedoch nach wenigen Semestern das Studium ab und kehrt mit einer Nervenkrise nach Bremen zurück. Kankheitsbedingt ist er vom Kriegsdienst freigestellt und erlebt den 1. Weltkrieg im Elternhaus.
1919 stirbt sein Vater und es muss für Alfred Kollmar eine neue Bleibe und Betreuung gefunden werden. Im nahegelegenen Worpswede soll er wieder zu sich finden, malen und gesunden. Fritz Mackensen ist nach seiner Abdankung inzwischen auch in Worpswede. Kollmars bisher eher konventioneller Malstil ändert sich radikal. Er wird gestisch, heftig, oft expressionistisch seinen Zeitgenossen davonlaufend. Eine unerhörte Kühnheit greift in seinen Bildern Raum. Nur wenige Künstler und Sammler folgen ihm. Alfred Kollmar lebt im „Brunnenhof“, einem hotelartigen Gebäude, das dem Bildhauer Bernhard Hoetger gehört. Hoetger wird zum Mentor Kollmars, der „nicht nüchtern ist, wenn er malt“ (Zit. Hoetger). Kollmar ist von Heinrich Vogelers sozialistischen Phantasien fasziniert und wird Mitglied der KPD. Die Maler Bram van Velde und Tejus Tügel werden seine wichtigsten Freunde. Während der NS-Zeit werden seine Arbeiten regelrecht verschwiegen, auch aus den Gemeinschaftsausstellungen in Worpswede wird er verbannt. Immer mehr versinkt Kollmar, nun auch über Jahre hinweg in extremer wirtschaftlicher Not, in Alkoholismus und Depression.
1937 am 18. März öffnet er sich an seinem letzten Wohnort, dem „Hotel Altona“, die Pulsadern und begeht Selbstmord. Er wird in der Grabstätte der Familie Kollmar auf dem Alten Friedhof in Besigheim beigesetzt.

Verfügbare Arbeiten

Alfred Kollmar

Gehöft in Worpswede , 1923

50 x 64.5 cm

Alfred Kollmar

Gehöft in Worpswede , 1923

50 x 64.5 cm
Aquarell
monogrammiert und datiert

2.200,- €

Stilleben, 20er Jahre

78 x 98 cm

Stilleben, 20er Jahre

78 x 98 cm
Öl auf Malkarton
signiert

6.500,- €

Alfred Kollmar

Männerkopf , 1920er Jahre

37 x 27 cm

Alfred Kollmar

Männerkopf , 1920er Jahre

37 x 27 cm
Gouache
monogrammiert

 

 

1.500,- €

Alfred Kollmar

Portrait Erna Regina Löwenwarter , o.J.

60 x 41.5 cm

Alfred Kollmar

Portrait Erna Regina Löwenwarter , o.J.

60 x 41.5 cm
Öl auf Karton
monogrammiert

 

 

5.500,- €

Alfred Kollmar

Mädchen mit roter Schleife

47 x 31 cm

Alfred Kollmar

Mädchen mit roter Schleife

47 x 31 cm
Öl auf Karton
monogrammiert

 

 

3.800,- €

Alfred Kollmar

Kopf , 1922

50 x 35 cm

Alfred Kollmar

Kopf , 1922

50 x 35 cm
Öl auf Karton
Monogrammiert

verso Widmung von 1923, alter Zeitungsausschnitt sowie Stempel der „Verkaufsstube Neuer Kunst Hans Saebens, Worpswede“

 

3.800,- €

Weitere Arbeiten auf Anfrage.

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Publikationen
  • Regional

    100 Jahre Kunst an Metter und Enz

    Gustav Schönleber / Walter Strich-Chapell / Richard Duschek / Theodor Werner / Alfred Kollmar / Hermann Rombach / Paul Reichle / Richard Hohly / Fritz Melis / Fred Stelzig / Bruno Diemer / Luisa Richter / Lude Döring / Wolfgang Schüle / Karl-Henning Seemann / Karlheinz Groß / Gunther Stilling / Matthias Gnatzy / Roland Bentz / Wolfgang Häberle / Uli Lüth / Robert Würth / Dieter Kränzlein / Sabine Braun

    Katalogbuch zur Ausstellung März 2018

    156 Seiten,120 Farbtafeln

    Preis 20,- €