AUSSTELLUNG | Aktuell
Einführung: Michael Kicherer
Die Ausstellung dauert bis 21. November 2026
(Der Zwischenverkauf ist wie immer vorbehalten.)
Als mir 1993 Professor Rainer Beck die Sammlung des verstorbenen Otto-Dix-Freundes und Biographen Otto Conzelmann für eine Ausstellung in meiner Galerie vermittelte, war diese Präsentation ein Quantensprung für unser Haus. Sie unterstrich und bestätigte aufs Schönste den Rang des Werkes von Otto Dix und gab unserer Galerie eine Kompetenz, die tragend werden sollte. Viele der damals gezeigten Hauptwerke befinden sich heute in bedeutenden Museen und Sammlungen in Deutschland und sogar in Australien. Rückblickend erscheint jene Ausstellung wie ein kaum zu übertreffender Maßstab. Vielleicht war gerade dies der Grund, weshalb ich mehr als drei Jahrzehnte gezögert habe, erneut eine monographische Dix-Ausstellung zu wagen. Ein bloßer Vergleich hätte weder dem Künstler noch meinem Anspruch gerecht werden können.
Zwar hängen in den folgenden Jahrzehnten immer wieder bedeutende Werke von Otto Dix in den Jahresausstellungen, doch erst heute ergibt sich die Möglichkeit, eine neue, eigenständige Präsentation zu verwirklichen. Neben Werken aus eigenem Bestand werden auch Arbeiten aus den Sammlungen zweier leidenschaftlicher Kunstfreunde gezeigt, die in letzter Zeit verstorben sind. Ihnen ist diese Ausstellung in Dankbarkeit verpflichtet.
Otto Dix ist für mich ein zeitgenössischer Maler im eigentlichen Sinn des Wortes. Nicht deshalb, weil er einer bestimmten Moderne angehörte oder stilgeschichtliche Entwicklungen verkörperte, sondern weil er seine Zeit mit einer kaum vergleichbaren Unmittelbarkeit erlebt, beobachtet und dargestellt hat. Er war Zeuge des 20. Jahrhunderts – und zugleich dessen schonungsloser und unbestechlicher Interpret. Dix blieb bis zuletzt überzeugt, dass die unmittelbare Anschauung der Wirklichkeit die Grundlage jeder großen Malerei sei. Stilrichtungen, Moden und kunsttheoretische Programme interessierten ihn weit weniger als die Wahrhaftigkeit des Sehens. Darin liegt seine bis heute ungebrochene Aktualität. Als wenige Jahre nach seinem Tod die „Jungen Wilden“ die expressive Malerei neu entdeckten, schlossen sie in vielem an Positionen an, die Otto Dix bereits Jahrzehnte zuvor entwickelt hatte.
Diese Ausstellung möchte deshalb nicht nur an einen der großen deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts erinnern. Sie möchte zeigen, wie gegenwärtig sein Werk geblieben ist – gerade dort, wo man es lange übersehen hat.
Lassen Sie vor unseren Augen die Fülle dieser Bildwelt sich ausbreiten, wirkmächtig Räume verändernd, den Atem eines Jahrhunderts nachspüren.
Ihr Rudolf Bayer
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Katalogbuch mit Abbildungen aller in der Ausstellung gezeigten Werke und vieler weiterer darüber hinaus
Otto Dix
Bilder über Bilder
224 Seiten, Ln. mit Schutzumschlag
Sonderpreis zur Ausstellung 25,- € (später 38,- €)
noch erhältlich sind Restexemplare unseres Katalogbuchs zur Ausstellung 1993
Otto Dix
Retrospektive
224 Seiten, Ln. mit Schutzumschlag
Sonderpreis während der Ausstellung 25,- € (sonst 38,- €)